2026-2027: Mag. Angelika Doppelbauer, MA


Beim Juni‑Clubabend begrüßen wir zwei besondere Frauen: Elfriede Haindl, die Incoming‑Präsidentin der Union, überzeugt mit klaren Impulsen und einem zuversichtlichen Blick auf die kommenden Aufgaben, sowie Dr. Birgit Fessl, renommierte Ornithologin, die uns mit Einblicken in die Vogelwelt der Galapagosinseln begeistert. Dr. Fessl nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise in die einzigartige Welt der Galapagos‑Vogelarten – von evolutionären Besonderheiten bis zu aktuellen Schutzprojekten. Ein Abend voller lebendiger Einblicke in eines der bedeutendsten Naturparadiese der Erde.


Bei der soroptimistischen Generalversammlung in Hohenems wird ein bedeutender Schritt für die zukünftige Clubarbeit gesetzt. Unsere CS Doris Schulz wird einstimmig zur neuen Vizepräsidentin Mitte gewählt – ein Vertrauensbeweis für ihr Engagement, ihre Erfahrung und ihre klare Vision für die Weiterentwicklung der Clubs. Als Delegierte nehmen Christa Kiblböck und Rotraud Josseck an der Generalversammlung teil.


Beim Clubabend im Mai war Christina Schröder, Journalistin beim Südwind-Magazin, zu einem eindrucksvollen Vortrag bei uns zu Gast. Mit großer fachlicher Tiefe und spürbarem Engagement gibt uns die Tochter unserer CS Marlene Einblicke in ihre Arbeit und die globalen Themen, die sie seit vielen Jahren journalistisch begleiten. Als Redakteurin nutzt Christina die Kraft des investigativen Journalismus, um Ungerechtigkeiten aufzudecken. Ein Schwerpunkt ihres Vortrags liegt auf den oftmals menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen in internationalen Lieferketten, insbesondere in der Textilindustrie. Sie zeigt auf, wie politische Rahmenbedingungen und individuelle Konsumentscheidungen zusammenwirken – und warum ein grundlegendes Umdenken dringend notwendig ist. Ein zentrales Anliegen ihrer Arbeit ist das Recht jedes Menschen auf ein würdevolles Leben, unabhängig von Herkunft oder sozialem Status. Christinas Vortrag hat uns tief beeindruckt und einmal mehr gezeigt, wie wichtig engagierter Journalismus für eine gerechtere und nachhaltigere Welt ist. Der Abend ist aber auch ein starker Impuls für uns alle und hat einmal mehr gezeigt, dass jede Kaufentscheidung eine globale Wirkung hat. 


So schließt sich der Kreis: Im Jahr 2019 wurde Angelika Doppelbauer im Bartlhaus feierlich in unseren Club aufgenommen. Als unsere Präsidentin setzt sie nun mit der Neuausrichtung des Heimatmuseums in Pettenbach einen beeindruckenden Schlusspunkt unter ihre Zeit als Kuratorin des Heimatmuseums in Pettenbach. Drei Clubschwestern gratulieren ihr herzlich zu diesem herausragenden Projekt.


Mit einer Spende von 1000 Euro ermöglicht unser Club die Fortsetzung der tiergestützten Therapie am Integrativen Schulzentrum Wels. "Die Fortschritte der Kinder sind beeindruckend", sagt ISZ-Leiterin Manuela Rittenschober. Unsere Spende bringt nicht nur eine Unterstützung für die Schule, sondern auch eine Entlastung für die Eltern.

 


Wir verabschieden uns von Maria Rokitanzky, die im Alter von 93 Jahren von uns gegangen ist. Als Lehrerin und später als Hauptschuldirektorin prägte sie Generationen junger Menschen – mit Verantwortung und der Überzeugung, dass lebenslanges Lernen ein Geschenk ist. Ihr Ehemann starb sehr früh, und Maria stand mit Anfang 30 mit zwei kleinen Kindern allein da. Sie haderte aber nie mit ihrem Schicksal, sondern ging ihren Weg mit Zuversicht und innerer Stärke.

 

Seit 1976 war Maria Mitglied unseres Clubs. Sie übernahm Aufgaben – als Sekretärin, als PK für die IGU – verlässlich und lebte unsere soroptimistischen Werte selbstverständlich: Bildung, Solidarität für und unter Frauen und Freude am gemeinsamen Tun.

Maria war vielseitig interessiert. Ihr Garten war ihr Rückzugsort, ihre große Leidenschaft galt der Kunstgeschichte. Nach ihrer Pensionierung besuchte sie regelmäßig Vorlesungen in Salzburg. Auch Handarbeiten bedeuteten ihr viel – eine von ihr gefertigte Häkeldecke erinnert Susanne Niedersüß bis heute an unsere verstorbene Clubschwester.

Auf Clubreisen – etwa 1998 in die Lombardei – begeisterte sie uns mit ihrem Wissen. Bei Treffen und Jubiläen war sie eine stille, aber unverzichtbare Kraft. Besonders verbunden war sie mit Doris Leisch, die sich gerne an die gemeinsamen Kuraufenthalte in Tschechien erinnert.

Trotz gesundheitlicher Einschränkungen blieb Maria bis zuletzt positiv und interessiert. Bei einem Besuch von Jeanette Lassota und Christine Eckmayr zu ihrem 93. Geburtstag zeigte sich noch einmal ihre Herzlichkeit: alles liebevoll vorbereitet, Kaffee und Sachertorte auf schönstem Porzellan. Mit klarem Kopf sprach sie damals über das Thema Glück. Maria war überzeugt, dass Glück eine bewusste Entscheidung ist – eine Haltung dem Leben gegenüber. Sie war zutiefst überzeugt, dass Zufriedenheit nicht von äußeren Umständen abhängt, sondern wie man sich innerlich ausrichtet. Diese Haltung hat sie gelebt: still, unaufgeregt und mit beeindruckender innerer Stärke. Wir behalten sie in Erinnerung als eine Frau voller Würde, Wissen, Humor und Herzlichkeit. Sie hat unseren Club bereichert – leise, aber nachhaltig.


Die Ausstellung BEZIEHUNGSSTATUS im Atelier Ritzberger in Aschach präsentiert Werke der Soroptimistinnen Karin Hehenberger (Club Eferding) und Jeanette Lassota (Club Wels). In ihren Arbeiten erforschen die Künstlerinnen das Zusammenspiel von Beziehung, Spannung und Leichtigkeit. Malerische Farbflächen treffen dabei auf zeichnerische Elemente, Gegenständlichkeit auf freie Abstraktion. Karin hält flüchtige Momente fest und rückt Gesichter, Menschenmengen und subtile Emotionen in den Mittelpunkt. Körpersprache, Gestik und Mimik prägen ihre figurativen Bildwelten. Die Werke von Jeanette changieren zwischen dreidimensionalem Tiefenraum und nebeneinanderliegenden Farbflächen. Farben spielen eine wichtige Rolle, kräftige gestische Setzungen geben den Bildern Dynamik und Spannung.

Der Ausstellungstitel verweist sowohl auf das innere Gefüge der Bilder – das Verhältnis von Farbe, Linie und Komposition – als auch auf die Beziehungen der dargestellten Personen. Die Präsentation im Atelier von Karin Hehenberger begeistert zahlreiche Gäste. Die Laudatio hält unsere Präsidentin Angelika Doppelbauer.


In der beeindruckenden Ausstellung „a sense of lightness“ in der Galerie DIE FORUM beziehen sich die beiden Künstlerinnen, Anette Friedel (SI CLUB Windischgarsten Kremstal) und Heidi Zednik, auf die Sehnsucht nach Licht und Leichtigkeit.  Ihre Arbeiten sind ein meditatives Hinsehen, das Flüchtige künstlerisch festzuhalten und ein Reduzieren auf das Wesentliche, das Stille. Die künstlerischen Werke, die die Medien Fotografie, Druckgraphik, Objekte, Malerei und Zeichnung umfassen, reichen von großen, raumstrukturierenden Arbeiten bis zu kleinen, intimen Stücken.


Die Ausstellung "Mäd­chen* sein!?" im Lentos Kunstmuseum widmet sich einem Thema, das auf den ersten Blick vertraut wirkt – und sich doch als überraschend komplex erweist. Die Schau versammelt Werke aus unterschiedlichen Epochen und Medien und zeigt, wie Künstlerinnen und Künstler das Bild des Mädchens immer wieder neu interpretiert, hinterfragt und politisiert haben. Gemeinsam erleben wir einen Rundgang, der uns einmal mehr gezeigt hat, wie Kunst gesellschaftliche Diskurse sichtbar macht und zum Gespräch anregt.


Mit Betroffenheit verabschieden wir uns von unserer Clubschwester Dr. Marianne Reifberger – einer Frau, die unseren Club über Jahrzehnte geprägt hat. Sie war Ärztin, Gründerin von "Tiere als Therapie Oberösterreich", vor allem aber eine Soroptimistin mit Haltung und Herz.

Schon als junge Präsidentin (1986 - 1988) brachte Marianne eine Energie in unseren Club, die ansteckend war. Sie wollte gestalten, nicht verwalten und setzte Projekte um, die Menschen berührten und neue Perspektiven eröffneten: von der Jugendcroisiere über Hilfsfahrten nach Rumänien bis zu Kulturinitiativen, deren Erlöse unserem Club wichtige soziale Anliegen ermöglichten.

Besonders am Herzen lag ihr der Kontakt zu älteren Clubschwestern. Aus einer spontanen Idee entstand der „Oldies-Stammtisch“, den sie über Jahrzehnte mit großer Herzlichkeit pflegte. Für dieses außergewöhnliche Engagement wurde Marianne 2016 von der Österreichischen Union geehrt. Es war eine Anerkennung, die ihr Wirken würdigte, aber längst nicht fassen konnte, wie viel Herzblut sie in diese Aufgabe gelegt hatte. Ihr Einsatz für tiergestützte Therapie war ebenso beeindruckend. Sie wusste, dass ein sanfter Blick, eine warme Schnauze oder ein stilles Dasein manchmal mehr bewirken können als viele Worte. 

Und selbst als ihr das Leben mühsamer wurde, blieb Marianne engagiert – etwa durch den wöchentlichen Deutschunterricht für Olga Karlova, eine aus der Ukraine geflüchtete ehemalige Soroptimistin. Marianne baute Brücken, wo andere Grenzen sahen. Bis zuletzt war Marianne beim monatlichen Stammtisch der „Golden Girls“ zu Gast – einer liebevollen Weiterführung des Oldies-Stammtisches, die von CS Susanne Niedersüß ins Leben gerufen wurde. Die Gemeinschaft mit ihren Clubschwestern bedeutete ihr viel, selbst dann, als ihr der Weg dorthin schon sehr, sehr schwer fiel.

Mit zunehmendem Alter wurden Mariannes Ansichten noch klarer, direkter – und bisweilen durchaus herausfordernd. Doch auch diese kritische Schärfe entsprang ihrer wachen Aufmerksamkeit und ihrem tiefen Interesse am Clubleben. Sie war eine Frau mit Haltung, manchmal unbequem, aber immer aus Liebe zum Club und aus tiefer Überzeugung. Ihr Erbe ist ein lebendiges Vermächtnis: Projekte, Traditionen, Erinnerungen und das Bewusstsein, dass soroptimistisches Engagement so vieles verändern kann. In unserem Club hinterlässt sie eine Lücke, die spürbar bleibt. 


Auch heuer stehen unsere traditionellen Homemeetings im Februar ganz im Zeichen von lebendiger Clubfreundschaft. Sechs Sorores öffnen ihre Türen und laden zu gemütlichen Abenden in ihren eigenen vier Wänden ein. Die Gastgeberinnen verwöhnten ihre Gäste mit viel Liebe zum Detail – kulinarisch wie atmosphärisch. Die Homemeetings zeigen jedes Jahr aufs Neue, wie wertvoll Nähe, Offenheit und gemeinsames Erleben für unser soroptimistisches Miteinander sind. Wir danken allen Gastgeberinnen für ihr Engagement!


Beim Jännermeeting übernimmt Angelika Doppelbauer die soroptimistische Präsidentinnen Kette. Die gebürtige Kremsmünstererin stellt ihre Präsidentschaft unter das Motto „Gemeinsam“ – ein Leitgedanke, der für sie Ausdruck von Zusammenhalt, Offenheit und gemeinschaftlicher Verantwortung ist. Gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen ist sie überzeugt, dass Herausforderungen nur im Miteinander erfolgreich bewältigt werden können.

Angelika arbeitet als Kunsthistorikerin, Kuratorin und Kulturvermittlerin und ist zudem als Lehrbeauftragte für verschiedene Institutionen tätig. Sie studierte Kunstgeschichte an der Universität Wien sowie Ausstellungstheorie und -praxis an der Universität für angewandte Kunst Wien. Viele Jahre war sie als Vermittlerin in unterschiedlichen Museen tätig. Darüber hinaus engagiert sie sich als Vorstandsmitglied im Österreichischen Verband der Kulturvermittler:innen im Museums- und Ausstellungswesen. Ab Februar 2026 übernimmt sie die Stabsstelle für Bezirksmuseen. Ihre berufliche Haltung ist geprägt von der Überzeugung, dass Kultur Menschen verbindet, Horizonte erweitert und gesellschaftliche Teilhabe stärkt.

Als Präsidentin möchte Angelika das soroptimistische Engagement für Frauen und Mädchen weiter stärken und gemeinsam mit ihrem Vorstand neue Impulse setzen. Unterstützt wird sie dabei von Sabine Starmayr als Vizepräsidentin, Christine Eckmayr als Sekretärin, Karin Hummer als Schatzmeisterin und Leonie Josseck als Programmdirektorin.